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Grundlagen

Negative Strompreise: Warum sie entstehen und wer davon profitiert

2025 gab es laut Bundesnetzagentur 573 Stunden mit negativen Strompreisen — mehr als je zuvor. Was das bedeutet und wer davon profitiert.

Von Daniel Benz2 Min. Lesezeit

Negative Strompreise entstehen, wenn das Angebot an Wind- und Solarstrom die Nachfrage übersteigt, konventionelle Kraftwerke aber nicht kurzfristig abschaltbar sind — nach dem Merit-Order-Prinzip fällt der Preis für die gesamte Stunde dann unter null. 2025 gab es laut Bundesnetzagentur 573 von 8.760 Stunden mit negativen Preisen, ein neuer Höchstwert (2024: 457 Stunden). Wer einen dynamischen Stromtarif hat und Verbrauch in diese Stunden legen kann, zahlt für den Beschaffungsanteil effektiv weniger als null — der Anbieter-Aufschlag für Netzentgelte und Steuern bleibt davon aber unberührt.

Ein negativer Strompreis klingt paradox: Warum sollte jemand dafür bezahlen, Strom loszuwerden? Tatsächlich ist das Phänomen keine Seltenheit mehr — laut Bundesnetzagentur gab es 2025 in 573 von 8.760 Stunden negative Großhandelspreise, ein neuer Höchstwert (2024: 457 von 8.784 Stunden).

Wie kann ein Preis unter null liegen?

Nach dem Merit-Order-Prinzip bestimmt das teuerste noch benötigte Kraftwerk den Preis für eine ganze Stunde. Wenn das Angebot an Wind- und Solarstrom die Nachfrage bereits vollständig deckt, aber gleichzeitig konventionelle Kraftwerke technisch nicht kurzfristig abgeschaltet werden können (z. B. weil ein Wiederanfahren teuer oder langsam wäre) oder Erzeuger vertragliche/förderrechtliche Anreize haben, trotzdem weiter einzuspeisen, sinkt der Preis unter null. Erzeuger zahlen dann effektiv dafür, ihren Strom loszuwerden, statt ihn abzuregeln.

Wann treten negative Preise typischerweise auf?

Negative Preise häufen sich an sonnigen, windreichen Tagen mit gleichzeitig niedriger Nachfrage — klassischerweise an Wochenenden und Feiertagen im Frühjahr oder Sommer, wenn Industriebetriebe stillstehen und die Solareinspeisung ihren Tageshöchstwert erreicht.

Wer profitiert davon?

Wer einen dynamischen Stromtarif hat und in diesen Stunden Verbrauch bündeln kann — etwa das Laden eines E-Autos oder den Betrieb einer Wärmepumpe —, zahlt für diese Kilowattstunden effektiv weniger als null für den Beschaffungsanteil (der Anbieter-Aufschlag für Netzentgelte, Steuern und Vertrieb bleibt davon unberührt und macht den Gesamtpreis in aller Regel nicht negativ). Die aktuellen und historischen Preismuster inklusive negativer Stunden zeigt die Seite Strompreis heute & morgen.

Ein verbreitetes Missverständnis: Negative Preise bedeuten nicht, dass Sie in dieser Stunde Geld für Ihren Stromverbrauch bekommen. Der Anbieter-Aufschlag (Netzentgelte, Steuern, Vertriebsmarge) bleibt bestehen — nur der Beschaffungsanteil, der einen Teil des Gesamtpreises ausmacht, wird negativ.

Bedeutung für Betreiber von Erneuerbaren-Anlagen

Für neue Wind- und Solaranlagen sieht das EEG (§ 51) bei negativen Preisen eine Kürzung der Förderung vor — die genaue Ausgestaltung wurde zuletzt mit dem Solarspitzengesetz (Februar 2025) verschärft und ändert sich mit der Gesetzgebung. Das ist für Betreiber:innen von Erzeugungsanlagen relevant, nicht für Verbraucher:innen mit einem dynamischen Tarif, auf die sich dieser Artikel konzentriert.

Häufige Fragen

Wie oft gab es 2025 negative Strompreise in Deutschland?

In 573 von 8.760 Stunden, laut Bundesnetzagentur ein neuer Höchstwert — 2024 waren es 457 von 8.784 Stunden.

Bekomme ich bei negativen Preisen Geld für meinen Stromverbrauch?

Nein. Nur der Beschaffungsanteil des Preises kann negativ werden — der Anbieter-Aufschlag für Netzentgelte, Steuern und Vertrieb bleibt bestehen, sodass der Gesamtpreis in aller Regel nicht unter null fällt.

Wann treten negative Strompreise am häufigsten auf?

An sonnigen, windreichen Tagen mit niedriger Nachfrage — typischerweise an Wochenenden oder Feiertagen im Frühjahr und Sommer.

Quellen

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