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Grundlagen

Strompreis-Zusammensetzung 2026: Woraus sich Ihr Tarif zusammensetzt

Beschaffung, Netzentgelte, Steuern und Umlagen: Wie sich der durchschnittliche deutsche Haushaltsstrompreis von 37 ct/kWh zusammensetzt und was der "Aufschlag" bei dynamischen Tarifen eigentlich abdeckt.

Von Daniel Benz3 Min. Lesezeit

Der durchschnittliche deutsche Haushaltsstrompreis lag im August 2026 laut BDEW-Strompreisanalyse bei rund 37,0 ct/kWh (Musterhaushalt 3.500 kWh/Jahr), zusammengesetzt aus Beschaffung und Vertrieb (ca. 15,2 ct/kWh, 41 %), Netzentgelten (ca. 9,2 ct/kWh, 25 %) sowie Steuern, Abgaben und Umlagen (ca. 12,6 ct/kWh, 34 % — vor allem Umsatzsteuer, Stromsteuer, Konzessionsabgabe, KWKG- und Offshore-Netzumlage). Bei dynamischen Stromtarifen schwankt nur der Beschaffungsanteil stundengenau mit dem Börsenpreis; der auf Vergleichsseiten genannte "Aufschlag" deckt Netzentgelte und Steuern bereits mit ab.

Ein durchschnittlicher deutscher Haushalt zahlte laut BDEW-Strompreisanalyse (Datenstand August 2026, Musterhaushalt 3.500 kWh/Jahr) rund 37,0 ct/kWh. Dieser Preis setzt sich aus drei großen Blöcken zusammen — nur einer davon hängt tatsächlich vom Börsenpreis ab, den dynamische Tarife weitergeben.

Beschaffung und Vertrieb: ca. 15,2 ct/kWh (41 %)

Dieser Anteil deckt den Einkauf des Stroms am Großhandelsmarkt (unter anderem den Day-Ahead-Börsenpreis, den auch diese Seite über SMARD auswertet), Vertriebskosten und die Marge des Anbieters ab. Das ist der einzige Bestandteil, der bei einem dynamischen Tarif stundengenau schwankt — bei einem klassischen Festpreistarif kalkuliert der Anbieter hier einen Mittelwert über die Vertragslaufzeit ein.

Netzentgelte: ca. 9,2 ct/kWh (25 %)

Die Netzentgelte bezahlen Transport und Verteilung des Stroms über Übertragungs- und Verteilnetz und werden von der Bundesnetzagentur reguliert. Sie unterscheiden sich je nach Netzbetreiber und damit nach Wohnort teils deutlich — ein Grund, warum diese Seite bewusst keinen bundesweiten Durchschnittswert auf Ihre persönliche Ersparnis aufschlägt (siehe FAQ unten). Wer eine Wärmepumpe oder Wallbox betreibt, kann über § 14a EnWG einen Teil dieses Anteils reduzieren.

Steuern, Abgaben und Umlagen: ca. 12,6 ct/kWh (34 %)

Der größte Einzelposten hier ist die Umsatzsteuer (19 % auf den gesamten Endpreis inklusive aller anderen Bestandteile). Dazu kommen die Stromsteuer (2,050 ct/kWh für Letztverbraucher), die kommunale Konzessionsabgabe sowie die verbliebenen Umlagen — insbesondere KWKG-Umlage und Offshore-Netzumlage, die beide 2026 gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind. Die frühere EEG-Umlage entfällt seit Mitte 2022 vollständig.

Was bedeckt der "Aufschlag" bei dynamischen Stromtarifen?

Auf den Anbieterseiten dieser Seite (z. B. bei Tibber oder Octopus Energy) steht neben dem Grundpreis ein "Aufschlag pro kWh inkl. Netzentgelt & Steuern". Das ist bewusst nicht nur die Anbietermarge, sondern deckt bereits Netzentgelte und alle Steuern/Abgaben mit ab — nur so lässt sich der Wert direkt mit dem Grundpreis anderer Anbieter vergleichen, ohne dass jeder Anbieter unterschiedliche Bestandteile getrennt ausweist. Addiert man diesen Aufschlag zum aktuellen Börsenpreis, erhält man den tatsächlichen Arbeitspreis pro Kilowattstunde.

Der Stromtarif-Rechner und die Strompreis-Übersicht auf dieser Seite nutzen beide echte SMARD-Daten für den variablen Anteil — die beiden anderen Bestandteile (Netzentgelte, Steuern) sind über den Aufschlag der Anbieter bereits eingepreist.

Warum kein Regionalfaktor im Rechner?

Netzentgelte unterscheiden sich je nach Bundesland und Netzbetreiber, teils um mehrere Cent pro Kilowattstunde. Der Rechner auf dieser Seite fragt Ihren aktuellen Grundpreis und Arbeitspreis direkt ab — die enthalten Ihr tatsächliches, regionales Netzentgelt bereits. Ein zusätzlicher pauschaler Regionalfaktor würde diesen Anteil doppelt aufschlagen und die ausgewiesene Ersparnis allein durch die Postleitzahl verfälschen, ohne dass sich an den Anbieterpreisen etwas ändert.

Häufige Fragen

Wie viel Prozent des Strompreises sind Steuern und Abgaben?

Rund 34 % (ca. 12,6 ct/kWh von durchschnittlich 37,0 ct/kWh, BDEW-Strompreisanalyse, Datenstand August 2026) — vor allem Umsatzsteuer, Stromsteuer, Konzessionsabgabe sowie KWKG- und Offshore-Netzumlage.

Warum schwankt bei einem dynamischen Tarif nicht der ganze Strompreis?

Nur der Beschaffungsanteil (Einkauf am Großhandelsmarkt, ca. 41 % des Gesamtpreises) folgt dem stündlichen Börsenpreis. Netzentgelte sowie Steuern und Abgaben sind im Aufschlag der Anbieter als fester Bestandteil enthalten.

Warum berücksichtigt der Rechner keine Postleitzahl für die Netzentgelte?

Ihr eingetragener aktueller Grundpreis und Arbeitspreis enthalten Ihr tatsächliches, regionales Netzentgelt bereits. Ein zusätzlicher Regionalfaktor würde diesen Anteil doppelt aufschlagen.

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